Elsebeth Hurrelmann war Kräutersammlerin an der Hof Apotheke zu Oldenburg. Wirtschaftlich ging es ihr nicht so gut, wie ihren Verwandten auf dem Lande. Aber dennoch scheint sie ihr Auskommen
gehabt zu haben. Zusammen mit ihrem Mann Carsten Brandt fristete sie ein enfaches Leben.
Im Jahr 1620 basierten Apotheken stark auf der traditionellen Pflanzenheilkunde, die sich aus der antiken Medizin (z. B. Galen, Dioskurides) und mittelalterlichen Kräuterlehren speiste. Die
meisten Arzneien wurden aus Heilpflanzen hergestellt, oft in Form von Tinkturen, Salben, Tees oder Pulvern.
Hier sind einige Kräuter, die Apotheken um 1620 sehr wahrscheinlich verarbeitet haben:
- Salbei (Salvia officinalis) Entzündungen, Halsschmerzen, Verdauung
- Kamille (Matricaria chamomilla) Beruhigend, entzündungshemmend, Magenbeschwerden
- Pfefferminze (Mentha piperita) Übelkeit, Verdauung, Atemwege
- Wermut (Artemisia absinthium) Verdauung, Appetitanreger, gegen Parasiten
- Baldrian (Valeriana officinalis) Schlafstörungen, Nervosität
- Thymian (Thymus vulgaris) Husten, Erkältung, Verdauung
- Rosmarin (Rosmarinus officinalis) Kreislauf, Verdauung, Gedächtnis
- Eibisch (Althaea officinalis) Husten, Schleimhautreizungen
- Löwenzahn (Taraxacum officinale) Leber- und Gallenbeschwerden
- Brennnessel (Urtica dioica) Blutreinigung, Harnwegserkrankungen
- Engelwurz (Angelica archangelica) Magen-Darm, Erkältungen
- Johanniskraut (Hypericum perforatum) Depression, Wundheilung
- Beifuß (Artemisia vulgaris) Frauenleiden, Verdauung
- Schafgarbe (Achillea millefolium) Menstruationsbeschwerden, Wunden, Magen
Typische Darreichungsformen waren:
- Tinkturen (alkoholische Auszüge)
- Tees und Aufgüsse
- Pulver & Pillen
- Salben & Öle
- Räucherwerk (zur Luftreinigung oder spirituellen Zwecken)